Chronischer Schmerz bedeutet meistens großes Leid. Sie, als davon Betroffene / Betroffener, sollen darin gesehen, verstanden und angenommen werden.
Während der akute Schmerz, der bei einer Verletzung des Gewebes auftritt, eine Warn- und Schutzfunktion für den Körper hat, ist der chronische Schmerz sinnlos: Schmerzen, die über sechs Monate anhalten, werden nunmehr als eine eigenständige Krankheit anerkannt!
Jeder fünfte Europäer leidet an chronischen Schmerzen, zeigte die bisher größte europäische Schmerzstudie (European Pain Survey, 2003) mit 46.394 Interviews in 16 europäischen Ländern. Dies hat auch Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit der betroffenen Personen. Schmerzkrankheit hat somit das Potential die Epidemie des 21. Jahrhunderts zu werden. Es scheint also angebracht auf breiter Basis Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Bei Übertragung der europäischen Daten auf die österreichische Bevölkerungszahl kann davon ausgegangen werden, dass etwa 1,5 Millionen Menschen in Österreich an chronischen Schmerzen leiden. Chronische Schmerzen verursachen Bewegungseinschränkung, Schlafstörungen, Depressionen und wirken sich auf zwischenmenschliche Beziehung und Sexualleben aus. Etwa jeder vierte Betroffene wird durch „seine Schmerzkrankheit“ in soziale Isolation gedrängt, in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt und leidet an gestörten Familien- und Freundschaftsbeziehungen.
Obwohl die Schmerztherapie in Österreich in den letzten beiden Jahrzehnten wesentlich verbessert wurde zeigen Statistiken, dass der „durchschnittliche“ chronische Schmerzpatient oft mehr als 10 Jahre von bis zu sieben Ärzten behandelt wird, bevor sein Schmerzproblem kompetent gelöst wird.
Schmerzen sind jedoch keine schicksalsgewollte Last, die Sie als Betroffene / Betroffener tragen müssen. Viele Patienten haben aus ihrem Leid heraus persönliche Stärken entwickelt. Wir unterstützen Sie weiter dabei und bieten Ihnen unsere Möglichkeiten an, die Spirale aus Schmerz-Hilflosigkeit-Angst-Depression zu unterbrechen.
Jeder Mensch hat ein Recht auf eine kompetente Beratung. Entsprechend der Lebenssituation und des Schmerzerlebens jedes einzelnen Betroffenen soll der interdisziplinäre Ansatz stets im Vordergrund stehen.
Für diese Rechte setzt sich CONTRA DOLOREM ein! Wir machen uns stark für die Bedürfnisse von Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden.
Darum ergreifen Sie die Gelegenheit:
Werden Sie selbst aktiv und lassen Sie sich bei einer unserer Veranstaltungen und/oder am Schmerztelefon beraten. Geben Sie diese Information auch an andere Betroffene weiter. Nur wenn man informiert ist, kann man gemeinsam mit seinem Arzt zum persönlichen Wohl und zur eigenen Gesundheit beitragen.
Prim. Univ. Prof. Dr. Wilfried Ilias
Ehrenpräsident CONTRA DOLOREM