Bei Ganzheitsbetrachtung eines Kindes ist die Körperlichkeit,
Intellektualität, Emotionalität und die Sozialisation zu berücksichtigen.
Körperlicher Schmerz bedarf des intellektuellen Ausdrucks nach Art, Intensität
und Lokalisation. Der kindliche Schmerz bedeutet emotionale Unbill höchsten
Ausmaßes und ist immer im sozialen Kontext zu sehen.
Lügen wir Kindern nicht vor, dass Behandlungen schmerzfrei abgehen,
sondern bereiten wir sie, dem Lebensalter entsprechend in aller Ehrlichkeit auf das
zu Erwartende vor. Begleitende Unterstützung vertrauter Personen hilft Schmerz
leichter zu ertragen, dazu ist aber das Vertrauen in die behandelnden Ärzte, vor
allem für das Kind, unumgänglich notwendig. Prävention beginnt bei der schmerzfreien
Begegnung mit dem Kinderarzt.
o. Univ.-Prof. Dr. Max H. Friedrich
Vorstand der Univ. Klinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters
AKH-Wien