In der Herz-Thoraxchirurgie hat, in Anlehnung an die Allgemeinchirurgie, ein
Wandel hin zur patientenschonenden minimal invasiven Chirurgie (MIC)
eingesetzt. Unter MIC versteht man Therapien, bei denen im Vergleich zu den
bisherigen Verfahren die Durchdringungen der Körperoberfläche extrem
reduziert werden. Möglich wurde dies durch die Entwicklung
endoskopisch-chirurgischer Verfahren, die bereits die Versorgung von
Mehrfach-Gefässerkrankungen, aber auch die Entfernung von Lungenlappen sowie
die Operation am schlagenden Herzen, d.h. ohne Einsatz der
Herz-Lungen-Maschine ermöglichen. Für den Patienten ergibt sich durch den
Wegfall grosser schmerzhafter Schnitte eine erfreuliche Minderung der
Gesamtbelastung und in der Folge eine deutlich raschere Erholung und
Genesung. Patienten, die mit MIC-Technik operiert werden, verlassen das
Krankenbett schneller und kehren in kürzester Zeit wieder in den gewohnten
Lebensraum zurück.
In jedem Fall sollten Chirurg und Anästhesist im Aufklärungsgespräch vor
operativen Interventionen den Patienten über die Möglichkeiten der Analgesie
informieren. Schwerpunkte eines solchen Gespräches sollten die Erklärung der
Subjektivität von Schmerzen und besonders des Schmerzerlebens,
voraussichtliche Stärke und Dauer der Schmerzen, verfügbare
Analgesiemethoden und Behandlungsalternativen inkl. Risken und
Nebenwirkungen sowie allgemein die Bedeutung einer adäquaten Schmerztherapie
im gesamten Heilungsprozess sein.
Univ.-Prof. Dr. E. Wolner
Leiter der Klin. Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie
AKH-Wien