Im Geiste Albert Schweitzers
Wohl die meisten Menschen wünschen sich selbst - und anderen -
ein glückliches, zufriedenes, sicheres und gesundes Leben möglichst bis ins hohe
Alter hinein. Doch müssen wir gleichzeitig zur Kenntnis nehmen, dass die
Bewältigung von Schwierigkeiten ebenfalls integraler Teil unseres Lebens sind - ja
dass man gerade an Leiderfahrungen auch reifen kann. Die Notwendigkeit, Probleme zu
lösen, macht Menschen stärker und inspiriert sie zu neuen, kreativen Lösungen.
Zahlreiche Versuche, dem Menschen möglichst jedes Leid zu ersparen, sind zwar
sicherlich gut gemeint, aber letztlich doch nicht wirklich gut. Indem sie Entwicklung
verhindern, erweisen sich oft sogar als kontraproduktiv und im Tiefsten als unmenschlich.
Anders verhält es sich mit dem Schmerz. Er hat zwar als Warnsignal
des Körpers sehr wohl Bedeutung - nicht aber als Dauerbelastung. Da ist er nur
quälend und sinnlos. Der große evangelische Theologe Albert Schweitzer war in
seiner Eigenschaft als Arzt einer der ersten, der "Schmerz" theologisch thematisiert
hat. Die Vermeidung bzw. Linderung von Schmerz gehört zu dem von ihm entwickelten
ethischen Grundprinzips der "Ehrfurcht vor dem Leben" - übrigens ausdrücklich auf
Menschen und Tiere bezogen. Schweitzer hat in Lambarene seine Mitarbeiter
nachdrücklich dazu angehalten, alles zu tun, um Schmerzen zu vermeiden bzw.
zu lindern.
In dieser Tradition danke ich "Contra Dolorem" sehr für alle ihre
Bemühungen und unterstütze Ihre Initiative nachdrücklich!
Mag. Hermann Miklas
Superintendent der evangelischen Diözese A.B. Steiermark