Dr. Wolfgang Schüssel

Der Sozialstaat lebt zu einem grossen Teil von den Menschen, die sich tagtäglich freiwillig engagieren - ob in der Pflege, der Altenbetreuung oder, wie "Contra Dolorem" im Bereich der Schmerztherapie.

Die grosse Bedeutung ehrenamtlicher und freiwilliger Arbeit und Organisation im Bereich der Schmerztherapie, wo Contra Dolorem als gutes Beispiel vorangeht, zeigt sich insbesondere im Zusammenhang mit der zunehmenden Häufigkeit, mit der Schmerzen, ob einer Krankheit zuordenbar oder nicht, das Leben vieler Menschen beeinträchtigen. Erkrankungen des Bewegungsapparates und Rückenschmerzen haben sich im Laufe der letzten Jahre zu einem der häufigsten Krankheitsbilder entwickelt. Für viele Menschen sind Schmerzen zu einer ständigen Belastung geworden, die die Lebensqualität spürbar beeinträchtigt.

Wir wissen heute, dass Schmerz viele Ursachen haben kann und nicht nur als reine Sinneswahrnehmung zu verstehen ist. Schmerz ist ein vielschichtiges und komplexes Ereignis und hängt von den verschiedensten Faktoren, wie dem sozialen Umfeld, der individuellen Schmerztoleranz, kulturellen Faktoren, etc. ab. Wesentlich für die Art und Weise der Schmerzempfindung ist die innere Einstellung des Patienten. Ein Optimist, der sein Leiden als Herausforderung sieht, ist zumeist leichter zu therapieren als ein Patient, der sich selbst aufgegeben hat. Daher ist auch die Behandlung von Patient zu Patient unterschiedlich und bedarf nicht nur einer rein therapeutischen Betrachtungsweise, sondern in vermehrtem Umfang auch der psychologischen Betreuung.

Ich begrüsse die Initiative "Contra Dolorem" und ihr Engagement für ein schmerzfreies Österreich und wünsche ihr viel Erfolg bei ihrer Informations- und Forschungstätigkeit.

Dr. Wolfgang Schüssel
Klubobmann des ÖVP-Parlamentsklubs