Der Sozialstaat lebt zu einem grossen Teil von den Menschen, die sich
tagtäglich freiwillig engagieren - ob in der Pflege, der Altenbetreuung
oder, wie "Contra Dolorem" im Bereich der Schmerztherapie.
Die grosse Bedeutung ehrenamtlicher und freiwilliger Arbeit und Organisation
im Bereich der Schmerztherapie, wo Contra Dolorem als gutes Beispiel
vorangeht, zeigt sich insbesondere im Zusammenhang mit der zunehmenden
Häufigkeit, mit der Schmerzen, ob einer Krankheit zuordenbar oder nicht, das
Leben vieler Menschen beeinträchtigen. Erkrankungen des Bewegungsapparates
und Rückenschmerzen haben sich im Laufe der letzten Jahre zu einem der
häufigsten Krankheitsbilder entwickelt. Für viele Menschen sind Schmerzen zu
einer ständigen Belastung geworden, die die Lebensqualität spürbar
beeinträchtigt.
Wir wissen heute, dass Schmerz viele Ursachen haben kann und nicht nur als
reine Sinneswahrnehmung zu verstehen ist. Schmerz ist ein vielschichtiges
und komplexes Ereignis und hängt von den verschiedensten Faktoren, wie dem
sozialen Umfeld, der individuellen Schmerztoleranz, kulturellen Faktoren,
etc. ab. Wesentlich für die Art und Weise der Schmerzempfindung ist die
innere Einstellung des Patienten. Ein Optimist, der sein Leiden als
Herausforderung sieht, ist zumeist leichter zu therapieren als ein Patient,
der sich selbst aufgegeben hat. Daher ist auch die Behandlung von Patient zu
Patient unterschiedlich und bedarf nicht nur einer rein therapeutischen
Betrachtungsweise, sondern in vermehrtem Umfang auch der psychologischen
Betreuung.
Ich begrüsse die Initiative "Contra Dolorem" und ihr Engagement für ein
schmerzfreies Österreich und wünsche ihr viel Erfolg bei ihrer Informations-
und Forschungstätigkeit.
Dr. Wolfgang Schüssel
Klubobmann des ÖVP-Parlamentsklubs