Um den Stellenwert der Schmerztherapie in der sozialen
Unfallversicherung besser herauszustreichen, könnte man den Slogan der AUVA:
"Wir sind um Sie besorgt" anführen.
Die AUVA als größte gesetzliche Unfallversicherung versorgt in
Österreich in den 11 medizinischen Einrichtungen 300 000 Patienten. Der verletzte
Patient kommt in das Unfallkrankenhaus und sucht ärztlichen Rat gerade wegen der
Schmerzen, sei es bei der Arbeit oder in Ruhe oder beim Sport. Die gesetzliche
Unfallversicherung nimmt sich somit jener Patienten an, die nach der Definition des
Schmerzes nämlich einem "unangenehmen Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktueller
oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen
beschrieben wird."
Die Peinigung des Menschen durch den Schmerz ist nicht eine
Erfindung unseres Jahrhunderts, sondern kann auf die Ur- und Frühgeschichte, also
auf die Anfänge des Menschseins zurückgeführt werden. Das Leben schlechthin ist
mit dem Erlebnis des Schmerzes sowohl in körperlicher als auch seelischer Hinsicht
verbunden.
Es ist daher nicht verwunderlich, daß Ansätze der Schmerzbekämpfung
bereits vor Bestehen der gesetzlichen Unfallversicherung, vor der Isolierung des
Morphins, und vor der Einführung der Vollnarkose durch Long 1882 und Morton 1886 in
frühen Hochkulturen in Mesopotamien, Ägypten aber auch im alten Griechenland unter
Hippokrates an erster Stelle der Heilbehandlung stand.
Die moderne Schmerzbekämpfung ist wissenschaftlich untermauert,
und beruht auf den Erkenntnissen der Molekularbiologie. Insuffiziente Schmerztherapie
vermag die Schmerzspirale nicht zu unterbrechen vielmehr kann sie zu einer erhöhten
neuronalen Sensibilisierung führen.
Daher liegt es nahe, die Patienten in so genannten Schmerzambulanzen
mit einer adäquaten Schmerztherapie zu behandeln. So wurden 2002 insgesamt 3120 Patienten
in Einrichtungen der AUVA ambulant gegen Schmerzen behandelt.
Abschließend sei festgestellt, daß gerade in den letzten Jahren
das "Schmerzbewußtsein" sowohl der Patienten aber auch des Pflege - und Ärztlichen
Personals zugenommen hat und heute die Schmerzfreiheit gefordert wird.
Es liegt daher auch im Interesse der AUVA das Wissen um eine
ausreichende Schmerztherapie weiter zu tragen und unseren Patienten zu Gute kommen
zu lassen.
Prof.Dr.Hartmut Pelinka
Ärztlicher Direktor der AUVA