Die ehrenamtliche Initative CONTRA DOLOREM ist sehr wichtig und
begrüßenswert.
Für mich als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie und Psychotherapeuten
ist Schmerz ein Problem der alltäglichen Praxis bei der Behandlung meiner
Patienten. Schmerz ist ein Symptom, das bei vielen psychiatrischen
Erkrankungen im Vordergrund steht. Vor allem bei Verhaltensstörungen durch
psychotrope Substanzen, bei schizophrenen und wahnhaften Störungen, bei
affektiven Störungen wie z.B. Depressionen, bei neurotischen-, Belastungs-
und somatoformen Störungen (Angststörungen, dissoziativen Störungen,
Somatisierungsstörungen, Neurasthenie etc.), und auch
Persönlichkeitsstörungen.
Wichtig scheint mir für Patienten, dass auch daran gedacht wird, dass
psychische Ursachen bei einer Schmersymptomatik beteiligt sein können, und
dass es deshalb auch bei der Behandlung wichtig ist, psychiatrische oder
psychotherapeutische Behandlungen mitzuberücksichtigen. Ein zunehmend
wichtiges Problem sind auch Störungen wie das chronische Erschöpfungssyndrom
u.ä., bei denen Schmerzen im Vordergrund sein können, deren Behandlung sich
aber als schwierig erweist.
Zusätzlich wichtig ist aber auch die psychiatrische und/oder
psychotherapeutische Betreuung von Menschen, die unter Schmerzen leiden, die
von somatischen Erkrankungen herrühren. Hier ist wahrscheinlich noch vieles
an Information nötig, um den Menschen viel Leid ersparen zu können.
Ich wünsche Ihnen viel Glück bei Ihrer Initiative.
A0. Univ.-Prof. Dr. Harald Aschauer
Univ. Klinik für Psychiatrie
Stellvertr. Leiter der Klin. Abt. für Allgemeine Psychiatrie, AKH-Wien