Unfallfolgen führen in der Regel zu Schmerzen. Diese können in unmittelbarem Zusammenhang mit
den Verletzungen eintreten, oder aber auch auf Grund von Zerstörungen wichtiger Gewebs- und Organstrukturen
die Verletzungsfolgen begleiten.
Eine der wichtigsten Aufgaben in der Betreuung Verletzter ist res die akuten Schmerzen
zu minimieren, wenn möglich beseitigen und jenen, die in Begleitung von Bestimmten Strukturzerstörungen in
späterer Folge zu erwarten sind, durch rekonstruktive Maßnahmen vorzubeugen.
Der körperliche Schmerz beeinflusst das posttraumatische Krankheitsgeschehen und löst sowohl lokale, wie
auch auf das ganze System des Organismus auswirkende Regulationsmechanismen aus. Somit stellt der Schmerz
einen sehr ernst zu nehmenden Verschlimmerungsfaktor in der Ausprägung, nicht nur des Krankheitsbildes selbst,
aber auch des gesamten Krankheitsverlaufes dar und kann als Mediator für sekundäre organische Fehlfunktionen
auf den Plan treten. So modifiziert der Schmerz den durch Blutverlust und Kreislaufveränderungen charakterisierten
Schockzustand eines Verletzten nachhaltig. Daher ist eine der wesentlichen Maßnahmen in der Behandlung von
Verletzten die Schmerzbekämpfung. Diese wirkt sich auch auf Grund der positiven Beeinflussung des Angstzustandes
auf das Gesamtbefinden der Verletzten unmittelbar im günstigen Sinne aus. Die primäre Schmerzbeseitigung gehört
zu den Grundpfeilern einer erfolgreichen Verletztenbehandlung.
Chronische Schmerzen sind vielfach das Resultat von Gelenkszerstörungen, Knorpelschäden, Achsenfehlstellungen,
Nervenverletzungen, Durchblutungsstörungen, ausbleibender Knochenbruchheilung und dgl. mehr. Die Undfallchirurgen
sind ständig bemüht auch diese Schmerzursachen durch sekundäre Korrektur - oder Ersatzmaßnahmen zu korrigieren.
Unfallbehandlung und Nachsorge sind durch das Streben nach "Restitutio ad integrum" zu charakterisieren.
Einen besonderen Stellenwert nimmt in diesem Zusammenhang die Schmerzbekämpfung und Schmerzbehandlung ein.
Nur hiedurch erscheint es möglich Körper und Seele gleichermaßen in den Heilungsprozess zu integrieren.
O. Univ.-Prof. Dr. Dr.hc.mult. Vilmos Vecsei
Leiter der Universitätsklinik für Unfallchirurgie, AKH-Wien