TENS - Transkutane elektrische Nervenstimulation

Die Ursprünge dieser Therapie liegen bereits mehrere tausend Jahre zurück: In antiken Überlieferungen wurde immer wieder berichtet, dass elektriziätproduzierende Fische wie z.B. Zitteraale (lat.: Gymnotus electricus) zur Behandlung von krampfartigen Schmerzen eingesetzt wurden. Dieses Wissen wurde später als sogenannte Elektrotherapie weiter ausgebaut und erst Mitte des vergangenen Jahrhunderts durch die Entdeckung medikamentöser Schmerztherapieschemata in den Hintergrund gedrängt. Die einfache Anwendung in Kombination mit einer deutlichen Effektivität führte jedoch zu einem ungeahnten Revival in den letzten Jahren.

TENS - Transkutane elektrische Nervenstimulation Ähnlich der Akupunktur, bezogen auf die Theorie der Stimulation afferenter Fasern im Niederfrequenz- bereich, ist der Stellenwert der "transkutanen elektrischen Nervenstimulation" in der Schmerztherapie in den letzten Jahren stark gestiegen, da das günstige Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie die Akzeptanz der Patienten durch Autonomie der Behandlung nach eingehender Unterweisung in die Handhabung des Gerätes bei einer niedrigen Nebenwirkungsrate (v.a. Hautirritationen durch Unverträglichkeit der Klebeelektroden) einen Therapieversuch sinnvoll er- scheinen lassen, da beim chronischen Schmerz- syndrom in bis zu 25% der Fälle die alleinige Anwendung von TENS ausreichend wirksam ist und mehr als die Hälfte der Behandelten eine deutliche Besserung der Symptomatik bestätigen. Die Schmerzlinderung tritt meist segmental auf, die Wirksamkeit der TENS tritt sofort ein, ist jedoch an die Dauer der Stimulation gebunden, d.h., nach Abschalten des Gerätes verschwindet in der Regel auch der analgetische Effekt.

Die meist selbstklebenden und in den verschiedensten Grössen erhältlichen Elektroden sind relativ einfach paarig über dem betroffenen Gelenk zu plazieren und die nachfolgende Reizstärke sowie das Reizmuster werden vom Patienten selbst gewählt. Die Stimulation sollte sich knapp unterhalb der Schmerzgrenze einpendeln und maximal 3 x täglich über einen Zeitraum von je 45-60min. erfolgen. In Ausnahmefällen ist die Behandlung auch über einen längeren Zeitraum indiziert. Abgesehen von der gängigsten Methode, der Stimulation der Hautoberfläche, besteht bei besonders therapieresistenten Schmerzsymptomatiken die Möglichkeit, die zu stimulierenden Elektroden z.B. im Grosshirn bzw. im Epiduralraum unter adäquater Anästhesie zu implantieren.

zum Seitenanfang