Periduralanästhesie = Epiduralanästhesie

Periduralanästhesie, schematisch

Die Domäne der Periduralanästhesie liegt in der selektiven und nebenwirkungsarmen Behandlung akuter und chronischer Schmerzen, ihre Haupteinsatzgebiete sind die Linderung des Wehenschmerzes bis hin zu Kaiserschnittentbindungen, langdauernde Schmerzzustände der unteren Körperhälfte (z.B. Knieoperationen) sowie bei Unfällen und Verletzungen, die mit starken Schmerzen einhergehen (z.B. Serienrippenbrüche). In der Schmerztherapie wird zwischen lumbaler (im Lendenwirbelbereich) und thorakaler (im Brustwirbelbereich) Periduralanästhesie unterschieden.

Periduralanästhesie Der Periduralraum befindet sich zwischen dem Wirbelkörper und der "harten" Haut des Rückenmarkes, der sogenannten Dura Mater. Er ist mit lockerem Bindegewebe, Fett und einem Venengeflecht angefüllt. In diesen Raum zwischen den äusseren Schutzhüllen des im Wirbelkanal verlaufenden Rückenmarks bringt nun der Anästhesist, ähnlich der Spinalanästhesie, unter sterilen Bedingungen und nach örtlicher Betäubung der Einstichstelle mittels eines dünnen Platikkatheters ein Lokalanästhetikum ein. Dieses diffundiert innerhalb von 15-20 Minuten durch die intakte Dura Mater in den Spinalkanal und durch die Zwischenwirbellöcher an die dort austretenden Nervenwurzeln und kann dort seine Wirkung entfalten, d.h. der Schmerz wird an dieser Stelle blockiert und kann so nicht mehr ans Gehirn weitergeleitet werden. Nach dem Einstich wird die Nadel zurückgezogen und durch einen feinen Katheder ersetzt, durch den das Medikament bei Bedarf nachgegeben werden kann. So wird eine dem individuellen Bedarf angepasste Dosierung ermöglicht. Durch entsprechend niedrige Dosierung des Lokalanästhetikums oder Kombination mit einem Schmerzmittel kann eine ausgezeichnete Schmerzfreiheit bei gleichzeitig erhaltener Kraft und Beweglichkeit erzielt werden. Die Nebenwirkungen ergeben sich hier ebenfalls aus den Eigenschaften der verwendeten Lokalanästhetika. Zusätzlich können sich aus der Punktion selbst Komplikationen wie Verletzungen der Dura Mater, Bildung von Blutergüssen, Infektionen und Nervenverletzungen ergeben.

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